Ist Leitungswasser in Deutschland trinkbar?

Ja. Leitungswasser in Deutschland unterliegt der Trinkwasserverordnung und wird streng kontrolliert. Es ist am Austritt aus dem Hahn trinkbar, in Altbauten lohnt trotzdem ein Blick auf die Hausinstallation.

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Ja. Leitungswasser in Deutschland ist am Austritt aus dem Hahn trinkbar. Es unterliegt der Trinkwasserverordnung, die Grenzwerte für Schadstoffe, Keime und weitere Parameter festlegt. Die Wasserversorger müssen diese Werte einhalten und regelmäßig nachweisen. Das Umweltbundesamt bezeichnet die Qualität des Trinkwassers in Deutschland als hoch.

Was die Verordnung regelt

Die Trinkwasserverordnung legt fest, welche Stoffe im Wasser höchstens enthalten sein dürfen und wie oft untersucht wird. Sie gilt für das Wasser, das aus dem Hahn kommt. Kontrolliert wird an mehreren Stellen: im Gewinnungsgebiet, im Wasserwerk, im Verteilnetz und an ausgewählten Hausanschlüssen. Die Bundesländer überwachen die Einhaltung, die Versorger dokumentieren die Ergebnisse und veröffentlichen sie in der Regel online.

Wo trotzdem Restrisiken liegen

Die Verordnung endet an der Hausinstallation. Bleileitungen, die vor 1973 verbaut wurden, können Partikel abgeben und sind in Altbauten der häufigste Grund, warum Wasser nicht bedenkenlos getrunken werden sollte. Auch Kupfer- und verzinkte Leitungen können bei langer Standzeit Spuren abgeben. Deshalb gilt: Wer morgens den ersten Liter zapft, sollte ihn besser laufen lassen, bis das Wasser kühl aus der Leitung kommt. Dieses Wasser kannst du zum Gießen verwenden, statt es wegzuschütten.

Ein zweiter Punkt sind Warmwasserbereiter. Wasser aus dem Warmwasserhahn ist kein Trinkwasser im Sinne der Verordnung, auch wenn es die gleiche Leitung füllt. Zum Trinken, Kochen und für Babynahrung nimm kaltes Wasser.

Wann du abkochen solltest

Bei einer offiziellen Abkoch-Anordnung, etwa nach einer Verunreinigung im Netz, gilt die Anweisung des Versorgers. Dann sollte das Wasser mindestens drei Minuten sprudelnd gekocht werden. Auch in Haushalten mit abwehrgeschwächten Personen, bei Säuglingen und in der Schwangerschaft ist es sinnvoll, im Zweifel den Versorger oder das Gesundheitsamt zu fragen, statt zu raten.

Was das für den Geschmack und die Gesundheit bedeutet

Leitungswasser enthält Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium. Je nach Region ist es härter oder weicher, was vor allem für Kaffeemaschinen, Wasserkocher und Waschmaschinen relevant ist. Ein gesundheitlicher Nachteil entsteht daraus nicht. Wer weiches Wasser bevorzugt, kann die Wasserhärte beim Versorger erfragen.

Bei Flaschenwasser ist die Keimbelastung nicht automatisch niedriger. Das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht bei PET-Flaschen keine Anhaltspunkte für ein gesundheitliches Risiko. Der Unterschied liegt eher beim Preis und beim Aufwand: Leitungswasser kostet einen Bruchteil, verursacht keine Verpackung und muss nicht getragen werden.

Was im Wasser steckt

Leitungswasser ist kein destilliertes Wasser. Es enthält von Natur aus Mineralstoffe, vor allem Calcium und Magnesium, dazu je nach Region Spuren von Natrium und Kalium. Diese Stoffe sind für den Menschen unbedenklich und teilweise erwünscht. Die Wasserhärte beschreibt den Anteil an Calcium und Magnesium und ist von Region zu Region verschieden. Hartes Wasser hinterlässt Kalk in Wasserkochern und Kaffeemaschinen, weiches Wasser schäumt stärker beim Waschen. Für die Gesundheit spielt die Härte keine Rolle. Wer wissen will, wie hart das Wasser am eigenen Wohnort ist, findet die Angabe meist beim örtlichen Versorger oder auf dessen Internetseite.

Was das für dich bedeutet

Wenn du in einem Neubau oder einem sanierten Haus wohnst, kannst du das Wasser aus dem kalten Hahn ohne Bedenken trinken. In einem Altbau mit alter Installation lohnt sich ein Blick auf die Leitungen, im Zweifel mit einer Untersuchung durch ein Fachlabor. Für Tee, Kaffee, Kochen und Babynahrung gilt: kaltes Wasser, erst laufen lassen, dann verwenden. Wie viel du damit im Alltag sparst, steht im Artikel „Leitungswasser oder Mineralwasser: Was ist gesünder und wie viel spart man?".

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Quellen

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