Checkliste: Wasser sparen
Diese Checkliste hilft dir, im Alltag Wasser zu sparen: im Garten, im Haus und bei der Pflege deiner Pflanzen. Gerade in trockenen Sommern zählt jeder Liter.
Diese Checkliste zeigt dir, wo du im Alltag am einfachsten Wasser sparst. Sie ist nach Bereichen sortiert, von den größten Posten im Garten bis zu den kleinen Stellschrauben in der Wohnung. In trockenen Sommern ist das gut fürs Gewissen und zugleich für die Wasserversorgung der Region.
In Hessen zeigen 61 Prozent der Grundwassermessstellen niedrige oder sehr niedrige Werte, der Juli 2026 war der trockenste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen. Mehrere Gemeinden haben den Trinkwassernotstand ausgerufen, andere bitten ihre Einwohner um sparsamen Umgang. Wer jetzt spart, trägt dazu bei, dass aus einer Anspannung kein Notstand wird. Die folgenden Punkte sind nach Wirkung sortiert: Oben steht, was am meisten bringt.
Im Garten
- Rasen nicht sprengen. Der Rasen erholt sich nach einer Trockenphase von selbst, er braucht kein Wasser. Die Stadt Frankfurt empfiehlt ausdrücklich, darauf zu verzichten.
- Schwimmbecken nicht mit Trinkwasser füllen. In Gemeinden mit Trinkwassernotstand ist das verboten, in anderen zumindest unklug.
- Auto nicht mit Trinkwasser waschen. Der Schlauch verbraucht in wenigen Minuten mehr Wasser als ein ganzer Haushalt am Tag. Falls es sein muss: Eimer statt Schlauch.
- Junge Bäume gießen, aber richtig. Frisch gepflanzte Bäume brauchen in Trockenperioden Wasser, am besten mit Brauch- oder gesammeltem Regenwasser. Lieber seltener und durchdringend gießen als täglich oberflächlich.
- Morgens oder abends gießen. Mittags verdunstet ein großer Teil des Wassers, bevor er die Wurzeln erreicht.
- Regenwasser sammeln. Eine Regentonne unter dem Fallrohr fängt in einem normalen Sommer Hunderte Liter. Damit lassen sich Beete und junge Bäume versorgen, ohne Trinkwasser anzufassen.
Im Haus
- Waschmaschine und Spülmaschine nur voll beladen. Zwei halbe Ladungen verbrauchen mehr Wasser als eine volle.
- Kurz duschen statt baden. Eine volle Badewanne braucht rund 150 Liter, eine kurze Dusche etwa 40.
- Wasserhähne nicht laufen lassen. Beim Zähneputzen oder Abspülen läuft oft mehr Wasser ab, als man denkt.
- Toilettenspülung prüfen. Eine undichte Spülung kann täglich Dutzende Liter verlieren. Tropfende Hähne reparieren, das summiert sich auf Hunderte Liter im Jahr.
- Regenwasser für die Toilettenspülung prüfen. Bei einem Neubau oder einer Sanierung lohnt sich der Einbau einer Zisterne mit Brauchwasseranschluss. Das spart das meiste Trinkwasser im Haushalt.
- Geschirr nicht unter fließendem Wasser abspülen. Die Spülmaschine spart Wasser, wenn sie voll beladen läuft. Wer von Hand spült, füllt besser das Becken, statt den Hahn laufen zu lassen.
Rund ums Haus
- Flächen entsiegeln. Wo Regen versickern kann, statt in den Kanal zu laufen, wird das Grundwasser gestützt. Das gilt für den eigenen Hof genauso wie für die kommunale Planung.
- Versickerung einplanen. Eine Mulde oder ein bepflanztes Beet nimmt Regen auf, statt ihn abzuleiten.
- Hochdruckreiniger wechseln. Für Terrassen und Fassaden ist der Wasserverbrauch enorm. Ein Besen tut es meist auch.
Wenn deine Gemeinde betroffen ist
- Verbotsliste lesen. In Gemeinden mit Trinkwassernotstand gelten verbindliche Regeln, zum Beispiel keine Bewässerung, keine Poolbefüllung, kein Autowaschen.
- Bußgelder ernst nehmen. Verstöße können Geld kosten, in Schmitten waren bis zu 5.000 Euro vorgesehen.
- Verbrauch beobachten. Der Wasserzähler zeigt schnell, ob der Verbrauch steigt. Ein plötzlicher Anstieg ohne erkennbaren Grund deutet auf ein Leck hin.
- Nachbarn und Vereine informieren. Wasser sparen funktioniert besser, wenn alle mitmachen. Ein Hinweis auf die städtische Kampagne kann mehr bewirken als der beste eigene Vorsatz.
Auch wenn in deiner Gemeinde noch keine Verbote gelten, kann die Wasserampel auf Gelb oder Rot stehen. Die Kommunen im Umland von Frankfurt hängen an demselben Verbundnetz wie die Stadt selbst. Wer in Frankfurt spart, entlastet auch die Gewinnungsgebiete im Vogelsberg, im Burgwald und im Hessischen Ried, aus denen das Trinkwasser kommt.
Das Wichtigste in drei Sätzen
Der größte Hebel liegt im Garten: Rasensprenger, Pool und Autowäsche verbrauchen mehr Wasser als alles andere zusammen. Regenwasser sammeln und junge Bäume damit gießen ist die sinnvollste Nutzung des gesparten Wassers. Und wer die Regeln seiner Gemeinde kennt, weiß genau, was erlaubt ist und was nicht. Den Hintergrund erklärt der Artikel „Der Main bleibt voll, das Grundwasser sinkt: Warum Frankfurt trotzdem Wasser sparen muss".
Zum Nachschlagen
Quellen
- Sommerhitze und Wassermangel: „Jeder Liter zählt“ · Frankfurter Rundschau · 14. August 2026
- Grundwasserpegel sinken: Seit Februar kein nennenswerter Regen · HNA · 15. August 2026