Checkliste: Richtig lüften und heizen

Diese Checkliste zeigt, wie du richtig lüftest und heizt: Stoßlüften statt Kippen, Thermostat auf Stufe 3, Feuchtigkeit messen. Das vermeidet Schimmel und senkt die Heizkosten.

ChecklisteKategorie: AlltagZuletzt geprüft: Drucken

Schimmel entsteht nicht durch kalte Wände allein, sondern durch Feuchtigkeit, die dort nicht wegkommt. Richtig lüften und heizen ist deshalb kein Komfortthema, sondern Gebäudepflege und Gesundheitsschutz. Diese Checkliste geht die wichtigsten Punkte durch.

Lüften

  • Stoßlüften statt Kipplüften. Fünf bis zehn Minuten weit geöffnete Fenster tauschen die Luft schneller aus als ein gekipptes Fenster über Stunden. Kipplüften kühlt die Wände aus, ohne die Feuchtigkeit wirksam abzuführen.
  • Zwei- bis dreimal täglich lüften. In bewohnten Räumen reicht das in der Regel. Nach dem Kochen, Duschen und Wäschetrocknen lüftest du zusätzlich.
  • Querlüften nutzen. Zwei gegenüberliegende Fenster tauschen die Luft in wenigen Minuten aus.
  • Im Winter kürzer, aber häufiger. Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Kurze, kräftige Lüftung bringt mehr als langes Kippen.
  • Nach dem Duschen lüften. Badezimmer und Küche sind die Feuchtigkeitsquellen im Haushalt. Dort lohnt sich das Lüften zuerst.

Heizen

  • Thermostat auf Stufe 3. Stufe 3 entspricht in der Regel etwa 20 Grad. Höher drehen heizt schneller, aber nicht wärmer.
  • Türen zwischen Räumen schließen. Kalte Räume ziehen Feuchtigkeit an. Wer die Tür zum unbeheizten Schlafzimmer offen lässt, holt sich dort Kondenswasser an die Wände.
  • Heizkörper frei halten. Vorhänge und Möbel vor dem Heizkörper verteilen die Wärme schlechter und treiben den Verbrauch.
  • Nachts absenken, nicht abstellen. Eine moderate Absenkung spart Energie. Vollständiges Auskühlen führt zu Feuchtigkeit in den Wänden.
  • Räume nicht unter 16 Grad fallen lassen. Das Umweltbundesamt empfiehlt, Wohnräume nicht dauerhaft kälter zu halten, weil sonst Feuchtigkeit ausfällt.

Feuchtigkeit im Blick behalten

  • Thermo-Hygrometer aufstellen. Ein kleines Messgerät zeigt Temperatur und relative Luftfeuchte. Als Orientierung gelten 40 bis 60 Prozent relative Feuchte.
  • Über 60 Prozent handeln. Steigt die Luftfeuchte dauerhaft, lüfte mehr und prüfe, woher die Feuchtigkeit kommt.
  • Wäsche nicht in der Wohnung trocknen. Wenn es sich vermeiden lässt, ist ein Wäscheständer im Wohnzimmer eine Feuchtigkeitsquelle. Ein Trockner oder ein gut gelüfteter Raum ist besser.
  • Pflanzen und Aquarien einplanen. Verdunstendes Wasser aus vielen Pflanzen erhöht die Luftfeuchte messbar.
  • Kalte Außenwände beobachten. Schimmel zeigt sich zuerst in Raumecken, hinter Schränken und an Fensterlaibungen. Diese Stellen solltest du regelmäßig prüfen.
  • Möbel mit Abstand stellen. Schränke direkt an der Außenwand verhindern, dass Luft an die Wand kommt. Ein paar Zentimeter Abstand reichen oft schon.

Warum sich das rechnet

Jedes Grad Raumtemperatur kostet Energie. Wer die Heizung dauerhaft auf 22 statt auf 20 Grad stellt, zahlt über den Winter gerechnet einen deutlichen Aufschlag, ohne dass die Wohnung spürbar behaglicher wird. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Raumtemperatur bewusst zu wählen und Räume nur so warm zu halten, wie sie genutzt werden. Der zweite Hebel ist das Lüften: Falsches Kipplüften kühlt die Wände aus, und ausgekühlte Wände müssen danach wieder aufgeheizt werden. Richtiges Stoßlüften tauscht die Luft bei geringem Wärmeverlust und hält die Feuchtigkeit niedrig. Beides zusammen, also moderate Temperatur und kurzes, kräftiges Lüften, ist die günstigste Kombination aus Komfort, Gesundheitsschutz und Kosten.

Wenn Schimmel auftritt

  • Ursache vor Bekämpfung klären. Ein feuchter Fleck ohne beseitigte Ursache kommt wieder. Bauliche Mängel gehören der Vermieterin oder dem Vermieter gemeldet.
  • Kleine Flächen mit Alkohol behandeln. Auf glatten Flächen hilft 70- bis 80-prozentiger Alkohol. Chlorhaltige Mittel sind im Wohnbereich die schlechtere Wahl.
  • Nicht überstreichen. Farbe über Schimmel verdeckt das Problem, statt es zu lösen.
  • Bei größerem Befall Fachfirma holen. Wenn der Putz abblättert oder mehr als ein halber Quadratmeter betroffen ist, gehört die Sanierung in fachliche Hände.
  • Vorher dokumentieren. Fotos und ein kurzes Protokoll mit Datum helfen bei der Kommunikation mit der Hausverwaltung und bei einer späteren Bewertung der Kosten.

Das Wichtigste in drei Sätzen

Stoßlüften bringt mehr als Kipplüften, und Stufe 3 heizt ausreichend. Eine relative Luftfeuchte zwischen 40 und 60 Prozent ist das Ziel. Wer Schimmel findet, klärt zuerst die Ursache. Die Rechnung dahinter liest du im Artikel „Richtig heizen und lüften".

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Quellen

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