Checkliste: Wohnung bei Hitze kühlen
In elf Schritten die Wohnung bei Hitze kühl halten, ohne Klimaanlage: nachts lüften, tagsüber verdunkeln, Wärmequellen ausschalten und die kühlen Orte der Stadt nutzen.
Diese Checkliste hilft dir, deine Wohnung an heißen Tagen kühl zu halten, ohne gleich eine Klimaanlage zu kaufen. Sie dauert insgesamt etwa eine Stunde, verteilt auf den Tag. Die Reihenfolge ist wichtig: erst die Wärme draußen lassen, dann die vorhandene Kühle nutzen.
Anleitung
Arbeite die Schritte am Morgen eines heißen Tages ab. Schritt 1 bis 4 sind morgens erledigt, Schritt 5 bis 8 verteilst du über den Tag, Schritt 9 bis 11 gelten für den Abend und die Nacht.
Die Schritte
- Morgens früh lüften: Solange die Außentemperatur unter der Innentemperatur liegt, bekommst du frische, kühle Luft in die Wohnung. Das ist meist zwischen 5 und 8 Uhr der Fall. Querlüften: Fenster und Türen auf, damit ein Durchzug entsteht.
- Alle Fenster schließen: Sobald es draußen wärmer wird als drinnen, mach die Fenster zu. Das ist der wichtigste Schritt. Offene Fenster am Nachmittag holen die Hitze in die Wohnung.
- Verdunkeln: Rollläden, Jalousien oder dichte Vorhänge an den Sonnenseiten senken den Wärmeeintrag deutlich. Die beste Wirkung hat die Verdunkelung außen, am Fenster, nicht innen im Raum.
- Wärmequellen ausschalten: Große Bildschirme, Computer, Wäschetrockner und Herd geben Wärme ab. Was du an heißen Tagen nicht brauchst, bleibt aus. Das Kühlen eines Raumes beginnt damit, ihn nicht zusätzlich aufzuheizen.
- Körperlich kühlen: Kaltes Wasser trinken, lauwarm duschen, nasse Tücher auf Handgelenke oder Nacken. Das senkt die gefühlte Temperatur, ohne dass du die Wohnung kühlen musst.
- Die kühle Zeit nutzen: Kochen, Backen und Bügeln verschiebst du in die kühleren Morgen- oder Abendstunden. Ein Backofen heizt eine kleine Wohnung schnell auf.
- Schlafzimmer vorbereiten: Das Schlafzimmer ist der wichtigste Raum, denn warme Nächte rauben die Erholung. Schlafzimmer tagsüber verdunkeln und morgens lüften, damit es abends der kühlste Raum der Wohnung ist.
- Ventilator clever einsetzen: Ein Ventilator kühlt die Luft nicht, er bewegt sie. Direkt vor dem Fenster kann er nachts kühle Luft hereinsaugen. Auf Eiswasserbehälter vor dem Ventilator verzichten, das bringt wenig und kostet Strom.
- Nachts wieder lüften: Sobald es draußen kühler ist als drinnen, alle Fenster auf. In Frankfurt bleiben die Nächte im Stadtgebiet oft über 20 Grad, dann lohnt trotzdem jeder Grad, den du hereinholst.
- Wärme im Haushalt reduzieren: Kühlschrank nicht kälter stellen als nötig, Gefriergut nicht unnötig auftauen, Steckernetzteile ausziehen. Kleinvieh macht auch Mist, an heißen Tagen summiert sich das.
- Kühle Orte in Frankfurt nutzen: Der Stadtwald, die Mainufer und die Parks sind nachts und am frühen Morgen deutlich kühler als die Straßen. Bis Ende August stehen außerdem zwei Kühlbusse der Johanniter am Willy-Brandt-Platz, geöffnet von 13 bis 19 Uhr, mit Trinkwasser und Sitzplätzen.
Nicht vergessen
- Wärme draußen lassen ist wichtiger als Kühle hereinholen. Fenster zu am Tag, Fenster auf in der kühlen Nacht.
- Verdunkelung von außen wirkt am besten. Rollläden schlagen Jalousien, Jalousien schlagen Vorhänge.
- Auf ältere Menschen achten. Wer allein in einer Dachgeschosswohnung lebt, ist an Hitzetagen besonders gefährdet. Ein Anruf am Nachmittag kann viel bewirken.
- Klimaanlage ist keine Pflicht. Mobile Geräte ohne Abluftschlauch kühlen kaum, Geräte mit Schlauch brauchen Strom und senken die Effizienz. Die Stiftung Warentest und Verbraucherzentralen raten zur Vorsicht.
Was du dafür brauchst
- Rollläden, Jalousien oder dichte Vorhänge an den Sonnenseiten.
- Einen Ventilator, wenn du nachts einen Luftzug magst.
- Wasserflaschen, die du am Abend einfrierst und tagsüber als Kühlelement neben dich stellst.
- Die Öffnungszeiten der kühlen Orte in deiner Nähe, Stand 2026.
Wie lange es dauert
Die aktive Arbeit ist klein. Das morgendliche Lüften und Verdunkeln dauert zehn Minuten. Das Ausschalten der Wärmequellen ist nach fünf Minuten erledigt. Der Rest ist Gewohnheit: nachts lüften, tagsüber geschlossen halten. Insgesamt investierst du pro Hitzetag etwa eine Viertelstunde, und die Wohnung bleibt mehrere Grad kühler.
Typische Fehler
- Tagsüber das Fenster offen lassen: Das holt die Hitze herein. Geschlossene Fenster plus Verdunkelung sind wirksamer als jede Klimaanlage im Dauerbetrieb.
- Nachts nicht lüften: Wer die kühle Nacht nicht nutzt, startet am nächsten Morgen mit der Hitze des Vortags in den Tag.
- Den Ventilator den ganzen Tag laufen lassen: Er kühlt die Luft nicht und verbraucht unnötig Strom. Nachts am offenen Fenster bringt er am meisten.
- Den Herd am Nachmittag anwerfen: Eine warme Küche heizt die ganze Wohnung auf. Kochen in den kühlen Stunden verschieben.
Ausführlich im Magazin
Warum Frankfurt so heiß wird und was die Stadt dagegen tut, erklärt der Artikel „37 Grad in Frankfurt: Warum die Stadt immer heißer wird".
Zum Nachschlagen
Quellen
- Heatwaves: Will air conditioning save Germany? · Heinrich-Böll-Stiftung · 10. Februar 2026
- Kühlbusse in Frankfurt: Einsteigen und abkühlen, Hilfe für hitzegeplagte Menschen · DIE ZEIT (dpa) · 13. August 2026