Checkliste: Handyvertrag vor Abschluss prüfen

Acht Punkte, die du vor der Unterschrift unter einen Handyvertrag prüfen solltest: vom Datenvolumen bis zum Effektivpreis.

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Diese Checkliste verhindert die klassischen Fehlentscheidungen beim Handyvertrag. Sie dauert 15 Minuten und funktioniert ohne Fachwissen. Am besten druckst du sie aus oder öffnest sie am Gerät, während du das Angebot liest. Der Aufwand lohnt sich doppelt: Ein schlechter Vertrag kostet über zwei Jahre gerechnet schnell mehrere hundert Euro mehr als nötig. Und er bindet dich, wenn du eigentlich wechseln wolltest. Wer die acht Punkte einmal durchgegangen ist, hat die typischen Fehlerquellen der Branche abgedeckt.

Anleitung

Prüfe jeden Punkt in der Reihenfolge. Wenn zwei Punkte nicht erfüllt sind, ist das Angebot wahrscheinlich nichts für dich.

Die Prüfpunkte

  1. Verbrauch kennen: Wie viele Gigabyte hast du in den letzten Monaten wirklich genutzt? Die Zahl steht in den Einstellungen deines Handys. Wähle das Volumen danach, nicht nach der Werbung.
  2. Netzabdeckung prüfen: Sind die Orte, an denen du regelmäßig bist, im Netz des Anbieters gut versorgt? Wohnung, Büro und Pendelstrecke gehören auf die Abdeckungskarte, etwa die Strecke von Frankfurt nach Bad Homburg. Karten und unabhängige Netztests helfen.
  3. Effektivpreis rechnen: Monatspreis × Laufzeit + Anschaffungskosten − Boni. Vergleiche mit „Tarif ohne Handy + Gerät im Handel“.
  4. Laufzeit hinterfragen: 24 Monate Bindung sind nur dann gut, wenn sich dein Leben nicht ändert. Bei Unsicherheit: kürzere Laufzeit oder monatliche Kündbarkeit.
  5. „Unbegrenzt“ genau lesen: Ab welcher Menge wird gedrosselt? Welche Geschwindigkeit gilt danach?
  6. Roaming bestätigen: EU-Roaming zu Inlandsbedingungen sollte im Vertrag stehen. Gerade bei sehr günstigen Discounter-Tarifen nachsehen.
  7. Kündigungsfrist notieren: Maximal ein Monat zum Vertragsende. Elektronische Kündigung ist möglich. Die Bestätigung aufbewahren.
  8. Nummernmitnahme planen: Die Portierung der eigenen Nummer dauert wenige Tage und ist kostenlos. Sie muss aber rechtzeitig beauftragt werden.

Nicht vergessen

  • Niemals unter Druck unterschreiben. Angebote „nur heute“ gibt es nicht.
  • Widerrufsrecht: Bei Online-Abschlüssen hast du 14 Tage Widerrufsfrist.
  • Die Rufnummernmitnahme kostet seit 2021 nichts mehr. Wer etwas anderes hört, sollte misstrauisch werden.
  • Vergleiche mindestens zwei Anbieter. Ein einzelnes Angebot ist keine Grundlage für eine Entscheidung.

Was du dafür brauchst

  • Die Verbrauchsübersicht der letzten Monate. Sie steht in den Einstellungen deines Handys.
  • Zwei bis drei Angebote von verschiedenen Anbietern.
  • Einen Taschenrechner oder Papier und Stift.
  • Die Abdeckungskarten der Netze für deine Orte.

Als Orientierung: Der Durchschnittsverbrauch aller SIM-Karten lag 2025 bei 8,4 Gigabyte pro Monat. Wer unterwegs Musik streamt oder Videos schaut, braucht mehr. Ein Alltagsnutzer mit Navigation und Messenger kommt mit 10 bis 20 Gigabyte über den Monat.

Wie lange es dauert

Die Rechnerei dauert 15 Minuten. Der Verbrauch steht in zwei Minuten fest. Der Effektivpreis braucht drei Zahlen und zwei Minuten. Die Netzabdeckung prüfst du in fünf Minuten, etwa für deine Strecke von Frankfurt nach Bad Homburg. Zusammen kommst du auf eine Viertelstunde.

Ein Beispiel: der Effektivpreis

Ein Handy kostet einzeln 600 Euro. Im Vertrag zahlst du 10 Euro Aufpreis pro Monat. Bei 24 Monaten sind das 240 Euro. Ein guter Deal wäre das nur, wenn der Gesamtpreis unter dem Einzelkauf liegt. Genau das ist selten der Fall. Rechne deshalb immer: Monatspreis mal Laufzeit, plus Anschaffungskosten, minus Boni. Vergleiche das mit einem günstigen Tarif ohne Handy und dem Gerät im freien Handel. Eine Faustregel von Finanztip hilft: Ziehe vom Gesamtpreis den Gerätepreis ab. Was für den Tarif übrig bleibt, teilst du durch die Monate. Liegt das Ergebnis unter 5 Euro, ist das Angebot gut. Über 9 Euro ist es zu teuer.

Typische Fehler

  • Den eigenen Verbrauch nicht kennen: Wer das größte Paket nimmt, zahlt für Reserve. Wer das kleinste nimmt, kauft am Monatsende teure Zusatzpakete.
  • Nur aufs Datenvolumen schauen: Netz, Laufzeit und Gesamtpreis zählen genauso.
  • Die Fußnoten nicht lesen: Drossel, Fair Use, Auslandskosten. Die Kleingedruckten entscheiden über den Alltag.
  • Unter Druck unterschreiben: Angebote „nur heute“ gibt es nicht. Wer Druck spürt, kann auflegen.
  • Die Kündigung nicht vorbereiten: Notiere Frist und Vertragsende, bevor du unterschreibst.

Woran du einen guten Vertrag erkennst

Ein guter Vertrag bindet dich höchstens 24 Monate, und der Anbieter muss dir einen Tarif mit höchstens zwölf Monaten anbieten. Nach der Laufzeit ist er monatlich kündbar, die Frist beträgt höchstens einen Monat. Die Kündigung per E-Mail ist wirksam, und die Rufnummernmitnahme kostet nichts. Wer diese vier Punkte im Vertrag findet, hat eine solide Basis.

Ausführlich im Magazin

Die ausführliche Erklärung der vier wichtigsten Variablen findest du im Artikel „Was macht einen guten Handyvertrag aus?“.

Zum Nachschlagen

Quellen

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