Checkliste: Stromanbieter wechseln
In sieben Schritten den Stromanbieter wechseln: vom Verbrauch notieren bis zur Anmeldung beim neuen Anbieter. Mit den Fallstricken, die man kennen sollte.
Mit dieser Checkliste wechselst du deinen Stromanbieter in etwa 30 Minuten, ohne Fachwissen und ohne Risiko. Sie funktioniert für Mieter und Eigentümer, mit oder ohne Smart Meter. Wichtig zu wissen: Der Wechsel ist ein gesetzlich geschützter Vorgang. Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung, ein Lieferabbruch ist ausgeschlossen, und in der Grundversorgung genügen zwei Wochen Kündigungsfrist. Es gibt also keinen Grund, den Wechsel aufzuschieben.
Anleitung
Arbeite die Schritte der Reihe nach ab. Die meisten dauern nur wenige Minuten. Die Wartezeit bis zum Wechsel liegt bei einigen Wochen, die der neue Anbieter organisiert.
Die Schritte
- Verbrauch notieren: Auf der letzten Jahresrechnung steht dein Verbrauch in Kilowattstunden (kWh). Typisch sind 1.500 bis 4.000 kWh pro Jahr. Diese Zahl brauchst du für den Vergleich.
- Zählernummer bereithalten: Sie steht auf der Rechnung oder am Zähler selbst. Manche Vergleichsportale fragen sie ab.
- Tarife vergleichen: Nutze einen unabhängigen Vergleichsrechner oder die Angebote direkt. Achte auf den Preis im zweiten Jahr. Der Einstiegspreis allein sagt wenig.
- Bonus-Bedingungen prüfen: Wann wird der Bonus gutgeschrieben, mit der ersten oder zweiten Jahresrechnung? Gibt es Bedingungen wie eine Einzugsermächtigung?
- Preisgarantie checken: Wie lange gilt sie für Arbeitspreis und Grundgebühr? Mindestens zwölf Monate sind üblich.
- Vertragsdaten eingeben: Name, Adresse, Zählnummer, gewünschter Lieferbeginn. Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung beim alten. Du musst nichts selbst kündigen.
- Bestätigung abwarten: Nach der Bestätigung bekommst du eine Auftragsbestätigung mit Wechseltermin. Erst dann alte Unterlagen archivieren.
Nicht vergessen
- In der Grundversorgung gilt eine Kündigungsfrist von nur zwei Wochen. Der Wechsel geht besonders schnell.
- Ein Lieferabbruch ist gesetzlich ausgeschlossen. Zwischen zwei Anbietern gibt es immer einen nahtlosen Übergang.
- Bei Preiserhöhungen des aktuellen Anbieters hast du ein Sonderkündigungsrecht, auch mitten in der Laufzeit.
- Erinnerung setzen: Vier Wochen vor Ablauf der Preisgarantie prüfen, ob der Tarif noch günstig ist.
- Prüfe nach dem Wechsel die erste Jahresrechnung: Stimmen Bonus, Arbeitspreis und Grundgebühr mit der Bestellung überein?
Was du dafür brauchst
- Deine letzte Jahresrechnung mit Verbrauch und Zählernummer.
- Einen Vergleichsrechner oder die Angebote der Anbieter direkt.
- Etwa 30 Minuten Zeit, verteilt auf zwei Abende.
- Einen Screenshot der Tarifmerkmale vor dem Abschluss.
Wie lange es dauert
Der Wechsel selbst ist schnell. Verbrauch notieren, Tarife vergleichen, Daten eingeben: zusammen 30 Minuten. Der Wechseltermin liegt einige Wochen später. Das Verfahren darf höchstens drei Wochen dauern. Seit dem 1. Januar 2026 muss der technische Vorgang binnen 24 Stunden vollzogen sein. Für dich ist der Wechsel kostenlos.
Was der Wechsel bringt
Die Preisdifferenz ist der Kern. In der Grundversorgung zahlten Haushalte im Schnitt 44,93 Cent pro Kilowattstunde, bei anderen Lieferanten 38,20 Cent. Bei 3.500 Kilowattstunden sind das rund 235 Euro im Jahr, dazu kommt der Neukundenbonus von durchschnittlich 58 bis 68 Euro. In Frankfurt ist die Mainova der Grundversorger. Ihr Tarif Strom Classic kostet seit dem 1. Januar 2026 38,78 Cent pro Kilowattstunde plus 91,49 Euro Grundpreis im Jahr. Damit liegt Frankfurt unter dem Bundesdurchschnitt. Trotzdem lohnt der Vergleich: In Sachsenhausen, Bockenheim oder Bornheim liefern meist mehr als ein Dutzend Anbieter.
Typische Fehler
- Nur auf den Einstiegspreis schauen: Der Preis im zweiten Jahr entscheidet. Neukunden bekamen 2025 im Schnitt 36,9 Cent pro Kilowattstunde, Bestandskunden zahlten über 40 Cent.
- Den Bonus doppelt rechnen: Manche Portale ziehen den Bonus vom Durchschnittspreis ab. Der echte Abschlag kann deutlich höher liegen.
- Die Preisgarantie nicht prüfen: Gilt sie für Arbeitspreis und Grundgebühr, und wie lange? Zwölf Monate sind üblich.
- Die Erinnerung vergessen: Setze vier Wochen vor Ablauf der Preisgarantie einen Termin. Manche Anbieter verlängern automatisch um zwölf Monate.
- Die Bestätigung nicht aufbewahren: Die Auftragsbestätigung mit Wechseltermin ist dein Beleg.
Den Verbrauch richtig einordnen
Der Stromspiegel hilft beim Einordnen: Ein-Personen-Haushalte verbrauchen im Schnitt rund 1.675 Kilowattstunden im Jahr, Drei-Personen-Haushalte zwischen 2.400 und 4.100. Wer seinen Verbrauch kennt, vergleicht präziser. Weicht deine Zahl deutlich vom Typwert ab, lohnt ein Blick auf Heizung, alte Geräte oder den Standby-Verbrauch.
Wenn der Anbieter den Preis erhöht
Bei Preiserhöhungen hast du ein Sonderkündigungsrecht, auch mitten in der Laufzeit. Der Anbieter muss dich spätestens einen Monat vorher informieren. Seit dem BGH-Urteil vom Oktober 2025 sind Ankündigungen ohne konkreten Anlass unwirksam. Nutze das Recht, statt zu diskutieren.
Ausführlich im Magazin
Die sieben Prüfpunkte im Detail findest du im Artikel „Stromanbieter wechseln: Sieben Punkte, die du vor dem Klick prüfen solltest“.
Zum Nachschlagen
Quellen
- Verbraucherzentrale: Anbieterwechsel · Verbraucherzentrale Bundesverband · 1. März 2026