Effektivpreis beim Handyvertrag berechnen

Der Effektivpreis zeigt, was ein Handyvertrag wirklich kostet: alle monatlichen Kosten plus Gerät, über die gesamte Laufzeit gerechnet.

BegriffskarteKategorie: GeldZuletzt geprüft: Drucken

Der Effektivpreis eines Handyvertrags ist die Gesamtsumme, die du über die gesamte Vertragslaufzeit zahlst. Er setzt sich zusammen aus den monatlichen Kosten mal Laufzeit, plus einmalige Anschaffungskosten, minus Boni. Er ist die ehrliche Zahl, die Werbung verschweigt. Anbieter bewerben niedrige Monatspreise, verrechnen aber das Smartphone im Tarif.

Warum ist das wichtig?

Weil sich günstige Monatspreise mit teuren Geräten und langen Laufzeiten zu hohen Gesamtkosten addieren. Wer nur auf den Monatspreis schaut, vergleicht Äpfel mit Birnen. Der Effektivpreis macht Verträge vergleichbar. Er zeigt oft, dass „Tarif ohne Handy plus Gerätekauf im freien Handel“ günstiger ist als das vermeintlich günstige Handy im Vertrag.

Einfaches Beispiel

Ein Vertrag kostet 29,99 Euro pro Monat bei 24 Monaten Laufzeit, das Smartphone ist „inklusive“. Der Effektivpreis: 29,99 × 24 = 719,76 Euro. Ein vergleichbarer Tarif ohne Handy kostet 14,99 Euro im Monat, das gleiche Gerät im Handel 349 Euro. Effektivpreis: 14,99 × 24 + 349 = 708,76 Euro. Der vermeintlich identische Deal ist also kaum günstiger und bindet dich an den Anbieter. Die Rechnung machst du am Küchentisch in Sachsenhausen in fünf Minuten. Die Formel:

Effektivpreis = (monatlicher Gesamtpreis × Laufzeit) + Anschaffungskosten − Boni

Darauf solltest du achten

  • Alle Kosten einrechnen: Anschaffungspreis, eventuelle Aktivierungsgebühren, Versandkosten. Boni nur abziehen, wenn sie sicher ausgezahlt werden.
  • Den Vergleich nicht vergessen: Vergleiche den Effektivpreis mit „günstiger Tarif plus freier Gerätekauf“.
  • Laufzeit als Kostenfaktor sehen: Zwei Jahre Bindung sind Teil des Preises. Wer flexibel bleiben will, zahlt dafür bewusst etwas mehr.
  • Die Fußnoten lesen: „Unbegrenzt“ bedeutet oft „mit Drossel nach X Gigabyte“. Und Subventionsrechnungen stehen selten im Kleingedruckten. Meist fehlen sie dort ganz.

Was viele missverstehen

Drei Irrtümer halten sich hartnäckig. Der erste: Ein Handy für null Euro ist geschenkt. Das stimmt nie. Die Kosten für das Gerät stecken im Monatspreis, meist mit deutlichem Aufschlag. Der zweite: Ein Bonus gleicht einen teuren Tarif aus. Boni werden oft erst nach Monaten gutgeschrieben und an Bedingungen geknüpft, etwa an die Einzugsermächtigung. Erfüllst du sie nicht, verlierst du den Bonus. Der dritte: Nur der Monatspreis zählt. Ein Vertrag über zwei Jahre kostet das Vierundzwanzigfache des Monatspreises, bevor das Gerät überhaupt dazukommt. Wer diese Summe nie ausrechnet, vergleicht falsch. Genau deshalb schreiben Anbieter den Effektivpreis so selten aus. Die Faustformel passt in eine Zeile, die Werbung braucht Platz für Bilder.

Eine Faustregel zum Prüfen

Finanztip hat eine einfache Faustregel veröffentlicht. Ziehe vom Gesamtpreis über die Laufzeit den Gerätepreis ab. Was für den Tarif übrig bleibt, teilst du durch 24 Monate. Liegt das Ergebnis unter 5 Euro im Monat, ist das Angebot gut. Zwischen 5 und 9 Euro ist es fair. Über 9 Euro ist es zu teuer. Die Rechnung braucht drei Zahlen und dauert zwei Minuten. Ein Beispiel aus dem Sommer 2026 zeigt, dass der Vertragskauf nicht immer teurer ist: Ein iPhone 16e kostet ohne Vertrag 699 Euro. Ein Shop bietet dasselbe Gerät mit einem Tarif von 125 Gigabyte für 24 Euro im Monat plus 159 Euro einmalig. Über 24 Monate sind das 735 Euro. Tarif und Gerät getrennt kosten 1.275 Euro. Das Angebot ist rund 540 Euro günstiger. Solche Subventionspreise sind zeitlich begrenzte Lockangebote einzelner Shops und kein Dauerzustand. Entscheidend bleibt die Rechnung im Einzelfall, nicht das Bauchgefühl.

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

Der Monatspreis ist die Zahl in der Werbung. Der Effektivpreis ist die Zahl, die du wirklich zahlst. Der Gerätepreis ist das, was das Smartphone einzeln im Handel kostet. Die Vertragslaufzeit bestimmt, wie lange du die Rechnung trägst. Wer diese vier Größen verwechselt, vergleicht Äpfel mit Birnen. Ein scheinbar günstiger Monatspreis kann mit Aufpreisen für das Gerät teuer werden. Ein höherer Monatspreis ohne Gerät kann insgesamt günstiger sein. Entscheidend ist immer die Gesamtsumme über die volle Laufzeit, inklusive einmaliger Kosten und abzüglich sicherer Boni. Alles andere ist Marketing.

Was das für dich bedeutet

Das Gesetz zieht klare Grenzen. Seit dem Telekommunikationsgesetz 2021 sind höchstens 24 Monate Laufzeit erlaubt. Der Anbieter muss dir zusätzlich einen Vertrag mit höchstens zwölf Monaten anbieten. Verlängert sich ein Vertrag stillschweigend, kannst du jederzeit mit einem Monat Frist kündigen, kostenlos und auch per E-Mail. Die Kündigungsfrist beträgt höchstens einen Monat. Bewahre die Bestätigung auf. Vor jedem Abschluss hilft ein festes Ritual: Verbrauch ansehen, Effektivpreis rechnen, mit freiem Gerätekauf vergleichen, Fußnoten lesen. Verkaufe dein altes Gerät, bevor es in der Schublade liegt. Der Erlös senkt den Effektivpreis des neuen Vertrags. Damit schließt du die meisten Fehlentscheidungen aus. Die Rechnerei dauert eine Viertelstunde und lohnt sich.

Ausführlich im Magazin

Wie du einen guten Handyvertrag erkennst, erkläre ich im Artikel „Was macht einen guten Handyvertrag aus?“.

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Quellen

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