Was ist Nachrichtenvermeidung?
Nachrichtenvermeidung heißt: Menschen meiden bewusst Nachrichten, aus Erschöpfung, Überforderung oder Misstrauen. In Deutschland betrifft es 71 Prozent.
Nachrichtenvermeidung, englisch news avoidance, bezeichnet das bewusste Ausweichen vor Nachrichten. Das kann einzelne Themen betreffen, bestimmte Quellen oder den Nachrichtenkonsum insgesamt. Sie ist kein Desinteresse. Die meisten Menschen, die Nachrichten vermeiden, bleiben in Teilen informiert. Sie wählen nur aus, was sie wann aufnehmen. Fachleute sprechen von selektiver Vermeidung.
Warum ist das wichtig?
Nachrichtenvermeidung hat in Deutschland ein Rekordniveau erreicht. Laut Reuters Institute Digital News Report 2025 meiden 71 Prozent der erwachsenen Internetnutzerinnen und Internetnutzer Nachrichten zumindest gelegentlich, 13 Prozent sogar oft. Der wichtigste Grund ist die negative Wirkung auf die eigene Stimmung, 48 Prozent nennen sie. Danach kommen die Menge der Berichterstattung über Kriege und Konflikte und die schiere Nachrichtenmenge, je 39 Prozent. Nachrichtenvermeidung ist damit kein Randphänomen. Sie ist das vorherrschende Verhältnis vieler Menschen zu den Nachrichten, mit Folgen für Demokratie, Medien und das eigene Wohlbefinden.
Einfaches Beispiel
Eine Person löscht die Nachrichten-Apps vom Handy, weil sie sich nach dem abendlichen Scrollen jedes Mal schlecht fühlt. Sie liest aber weiterhin morgens die Zeitung und hört Radio. Das ist selektive Vermeidung: keine Abschaltung, sondern Regulierung. Das Ziel: informiert bleiben, ohne sich zu erschöpfen.
Darauf solltest du achten
- Vermeidung ist nicht gleich Desinteresse. Das Nachrichteninteresse bleibt stabil. 55 Prozent sind stark interessiert.
- Sie ist oft gesund. Wer den Konsum bewusst begrenzt, schützt seine Stimmung. Die Daten zeigen, dass genau das viele Menschen anstreben.
- Sie hat Grenzen. Wer gar nichts mehr erfährt, verliert den Anschluss an Entscheidungen, die das eigene Leben betreffen: von Wahlen bis Verbraucherrechten.
- Die Lösung ist Struktur, nicht Abschaltung. Feste Zeiten, wenige gute Quellen und das eigene Themenrecht machen informiert bleiben erschöpfungsfrei.
Ausführlich im Magazin
Warum uns Nachrichten erschöpfen und wie man trotzdem informiert bleibt, erkläre ich im Artikel „Warum uns Nachrichten erschöpfen und wie man trotzdem informiert bleibt“.
Zum Nachschlagen
Quellen
- Reuters Institute Digital News Report 2025 · Reuters Institute · 17. Juni 2025